Vom Gärtnern in einem schattigen Garten

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Mittwoch, 4. Mai 2022

Rückblick Winter + Frühjahr 2022

Noch sind wir mitten im Frühjahr, da ich in den letzten Monaten nicht dazu gekommen bin, hier was zu schreiben, hat der Beitrag aber doch einen Rückblickcharakter.

Inzwischen haben alle Pflanzen das Winterquartier verlassen - so weit ich sehe, haben wir alles ohne Verluste durch die kalte Jahreszeit gebracht. Der Winter war wieder relativ mild und so haben auch einige großen mediterrane Kübelpflanzen den Winter komplett im freien verbracht: Oleander, Olivenbaum und die Feige im Kübel. 

Einem recht milden Winter folgte dann auch ein trockener, sonniger und milder März. Zum Ende März/Anfang April kam dann aber nochmal der Winter zurück. Unser Hinterhofgarten war plötzlich tief verschneit.

Die Fruchtansätze der Stachelbeere unter Schnee

Kaum zu erkennen, was da blüht: es ist eine Primel

Der Schnee war dann aber schnell wieder weg. 

Eine Überraschung hatte der Garten die letzten Tage für uns parat: ein Sämling des Tränenden Herzen. Ich habe die Blätter vor einigen Wochen wahrgenommen, hatte sie aber für eine Anemone gehalten. 



Tränendes Herz aus Selbstaussaat

Montag, 25. März 2019

Kurze Notiz: Frühjahrsdüngung

Dieses Wochenende Düngergabe für Beerensträuche, Obstbäume, Rhododendren, Hortensien und Stauden.

Und sonst so: Primeln blühen prächtig, ebenso Narzissen und Christrosen. Feige und Kiwi wurden kräftig zurück geschnitten.

Mittwoch, 18. November 2015

Gartentipp aus dem Hinterhofgarten

Wie vor kurzem berichtet, wurde von mir im vergangenen Frühjahr ein Beitrag im Rahmen einer Serie von Gartentipps in der Wochenendausgabe der Stuttgarter Nachrichten veröffentlicht. Dies war das abgelieferte Manuskript:

"Aus einem grauen schattigen Hinterhof zwischen Stadthäusern ein grünes und blühendes Paradies zu machen, ist sicher nicht die einfachste gärtnerische Aufgabe, aber mit etwas Experimentierfreude, Mut zu Misserfolgen und vor allem Zeit lässt sich einiges erreichen. In unserem nur wenig von direkten Sonnenstrahlen verwöhnten Hinterhof sorgen Ende des Winters Schneeglöckchen und Krokusse, dann Primeln, Narzissen und Hyazinthen für die ersten Farbkleckse. Mitten im Frühjahr folgen Vergissmeinnicht, Akeleien, Tränendes Herz und Rhododendron. Und schließlich den ganzen Sommer über bis zum ersten Frost sorgen Hortensien und Fuchsien für Farbe.

Auch die Küche lässt sich bereichern: viele Kräuter mögen den Halbschatten, Chilis werden auch mit wenig Sonne scharf und ein Zitronenbäumchen liefert so oder so saure Früchte, das Zitronenbäumchen benötigt freilich einen frostfreien Raum im Haus zum Überwintern.

Letztendlich darf auch die dritte Dimension nicht vergessen werden. Eine Kletterpflanze an der Hauswand oder ein kleines Bäumchen, das zwei, drei oder vier Meter hoch wachsen darf, bekommt in der Höhe vielleicht auch mehr direkte Sonne, sicher wird es deutlich mehr Licht geben, als am Boden. Bei uns blühen und duften in der Höhe Flieder, Kletterhortensie und Clematis. Auch hier gibt es wieder etwas Essbares: geerntet werden Feigen, Äpfel und Kiwis.

So ein begrünter Hinterhof mit einem Sitzplatz ausgestattet, wird quasi zu einem grünen Zimmer, das die Lebensqualität verbessert und nebenbei auch ökologisch wertvoll sein kann. "

Freitag, 3. April 2015

Ostern im Hinterhofgarten

Ich war die letzten Monate etwas schreibfaul, in den vergangenen Jahren hatte ich ja immer auch mal gepostet, wie der Winter verlief, ob sich das erste Grün eher früh oder spät zeigt. Ich würde sagen, dieser Winter war durchschnittlich, es gab keine besonders milden Phasen, wir hatten Schnee, wenn auch nicht viel und mäßigen Frost. Im März gab es einige recht warmen Frühjahrstage, mit dem Sturm Niklas in der vergangenen Woche kam freilich die Kälte zurück.

Und so sieht's derzeit aus: viele Stauden treiben kräftig aus, Stachel- und Johannisbeeren sind auch schon recht grün, auch wenn es da Probleme mit Schildläusen gibt, dazu demnächst mehr.

Die inzwischen verblühten Krokusse haben Anfang März geblüht, im vergangenen sehr milden Winter waren sie schon Anfang Februar erblüht. Zur Zeit gibt es ein paar Primeln, Narzissen und Hyazinthen, sonst blüht leider (noch) nicht so viel.

Ostergruß aus dem Hotensienbusch

Montag, 17. Juni 2013

Einwanderer

Im Hinterhofgarten wird nicht jedes unbekannte Kraut sofort aus der Erde gerissen und verbannt. Ich würde unseren Garten eher als gepflegte Wildnis bezeichnen. Pflanzen, die sich wohlfühlen und selbst aussäen, dürfen meist an Ort und Stelle weiter wachsen, besonders aktiv verbreiten sich Akeleien, Vergissmeinnicht, Veilchen, Schneeglöckchen und auch Primeln. Und wenn man das zunächst Unbekannte wachsen lässt, ergeben sich manchmal schöne Überraschungen. Dieses Jahr haben uns zwei Einwanderer in blau überrascht: Glockenblume und Immergrün.

Glockenblumensämling

Die Glockenblume hat sich auf unserer Mini-Rasen-Wiese entwickelt. In unserem kleinen Garten mit kaum 50 qm gibt es in der Mitte eine kleine Grasinsel, ein Teil davon wurde wegen den Vergissmeinnicht erst jetzt, Anfang Juni, nach deren Blüte gemäht. Zeit genug für die Glockenblume sich in der Wildnis zu entwickeln. Vor ein paar Jahren hatten wir einmal ein paar Glockenblumen von Verwandten geschenkt bekommen und eingepflanzt, denen hat es aber scheinbar nicht so richtig am vorgesehenen Ort gefallen, nach ein oder zwei Jahren waren sie verschwunden. Welche Art es genau war, weiß ich leider nicht mehr. Ich vermute, dass es sich bei diesem Exemplar nun um eine Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia) handelt, eine einheimische Wildstaude, die aber auch als Zierpflanze erhältlich ist.

Blüte des Immergrün

Das Immergrün ist vom Nachbargarten eingewandert. Dieser Garten wurde in den letzten Jahren nur sporadisch genutzt und gepflegt, ich habe keine Ahnung, ob das Immergrün dort absichtlich eingepflanzt wurde oder sich von selbst etablieren konnte – ich tippe auf zweiteres. Zu uns kam die kriechende Pflanze durch seine Ausläufer unterm Zaun hindurch. Vermutlich handelt es sich um das Große Immergrün (Vinca major). Immergrün ist an sich ein klassischer Bodendecker für den Schatten.



Montag, 22. April 2013

Veilchen und Primeln


Nach dem (zu) langen Winter blüht es endlich im Hinterhofgarten. Ganz besonders schön blühen dieses Jahr die Veilchen, die dazu noch ihren typischen Veilchenduft versprühen. Veilchen vermehren sich fleißig in unserem Gärtchen, allerdings ist die Blüte nicht immer so reichlich wie dieses Jahr.

Duftet fein, die Veilchenblüte
Auch Primeln blühen jetzt fleißig

Ein weiterer Dauergast, der sich im Hinterhofgarten wohl fühlt und bisher hier im Blog kaum mit Bildern vorkam ist die Primel. Wenn wir in den letzten Jahren im Frühjahr einmal ein Primelchen im Topf geschenkt bekommen haben, sind diese nach der Blüte in den Garten gepflanzt worden, gerne an eine etwas kahle Stelle in der Wiese. Die auf große Blüten gezüchteten Primeln haben sich kaum länger im Garten etabliert, aber ihre Samen haben sich verteilt. Und so befinden sich Primeln in vielen Ecken des Gärtchens und das in verschiedenen Farben, wobei Pastelltöne überwiegen.




Das Herz der Primelblüte

Was man auf den vier Detailaufnahmen der Primeln gut sieht, ist die Verschiedengriffeligkeit der Primelblüte - auf zwei Bildern zeigen sich die Staubblätter und auf zweien der Stempel. Dies ist mir auch erst bei der genauen Betrachtung der Bilder aufgefallen und ich habe mich mal schlau gemacht: Bei manchen Pflanzenarten, so auch den Primeln, gibt es Individuen, bei denen die Griffel lang sind und die Staubblätter kurz, und Individuen, bei denen die Griffel kurz sind und die Staubblätter lang. Es gibt also zwei verschiedene Typen von Blüten. Dies nennt man Verschiedengriffeligkeit oder Heterostylie. Eine Befruchtung erfolgt nur, wenn der Pollen von einer Ebene auf eine Narbe derselben Ebene gelangt. Beispielsweise müssen Pollen von langen Staubblättern auch auf die Narbe eines langen Griffels gelangen. Dies kann aber nicht innerhalb einer Blüte geschehen. So wird die Fremdbestäubung gefördert.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Neue Pflanzen für den Hinterhofgarten

Es gibt eine Reihe neuer Pflanzen im Hinterhofgarten. Wir sind gespannt, wie diese mit wenig Sonne, einem zur Staunässe neigenden Boden mit hohem Tongehalt und den Schnecken zurecht kommen.

Neu gepflanzt haben wir die folgenden Stauden:
  • Weiße Sterndolde (Astrantia major 'Alba'). Astantia major ist eine bei uns heimische Staude, die einen halbschattigen Standort bevorzugt.  
  • Orchideenprimel (Primula vialii). Eine aus China stammende sommerblühende Primelart, angeblich bevorzugt auch sie den Halbschatten. Die Orchideenprimeln wurden in Rhododendronerde gepflanzt, angeblich mögen sie es etwas sauer.  
  • Phlox Paniculata Hybride in weiss-rot und Phlox 'Bright Eyes' in rosa. Phlox haben wir seit Jahren schon im Garten, dieses Jahr gibt's zusätzlich diese neuen Spielarten. Es gibt Phloxsorten, die unbedingt volle Sonne benötigen, die zwei genannten Sorten kommen aber angeblich auch mit Halbschatten aus.  
  • Ehrenpreis (Veronica) 'Pallida'. Leider weiß ich nicht genau, um welche Ehrenpreisart es sich hierbei handelt. Vielleicht gelingt die Einordnung, wenn die Pflanze größer ist und blüht. Viele Ehrenpreisarten sind in Mittel- und Südeuropa heimisch.
  • Jakobsleiter (Polemonium caeruleum)  oder auch Himmelsleiter genannt. Nach meinen Recherchen ist diese Pflanze ebenfalls in Europa heimisch, wobei mir sie noch nie bewußt in der freien Wildbahn begegnet ist. Das sehr feine Laub könnte den Schnecken schmecken.
  • Nelkenwurz (Geum) Hybride 'Mai Tai'. Verschiedene Geum-Arten sind auch in bei uns heimisch, z.B. Geum urbanum, was manche Gärtner vielleicht eher als Umkraut ansehen, und Bach-Nelkenwurz, eine aparte Blume auf feuchten Wiesen. Die Blüten der Hybride 'Mai Tai' sind leicht gefüllt und strahlen in orange, sie sind dabei viel größer als die kleinen eher unscheinbaren gelben Blütchen von Geum urbanum.    
Nelkenwurz Hybride 'Mai Tai'

Außerdem hat eine neue Hortensie Einzug gehalten in den Hinterhofgarten, diesmal eine Hortensie serrata. Es handelt sich um die Sorte 'Veerle'. Sie soll blau bis violett blühen und eine schöne Herbstfärbung zeigen. Hortensien haben sich seither immer als sehr dankbare Pflanzen in unserem Garten bewährt!

Freitag, 8. April 2011

Blüten Anfang April

Die zweite Hälfte des März’ war recht mild und der April startet fast frühsommerlich. Konnte man sich vor zwei Wochen n och über zartes Grün freuen, so explodieren nun gerade zu viele Pflanzen, das Braun der Erde und des vertrockneten Laubes wird nun fast komplett vom frischen Grün überdeckt. Dieses Grün wird geziert von allerlei bunten Blüten. Zu den bereits seit Wochen blühenden Hornveilchen, Duftveilchen, Hyazinthen, Anemonen, Primelchen und Narzissen kommen nun einige weitere, wie das Tränende Herz, die Mirabelle, die Kamelie und die Schachbrettblume, die wir im Herbst erstmals im Hinterhofgarten gepflanzt haben. Einige Blüten sind auch schon am verblühen wie die des kleinen Pfirsichbaumes, den wir seit letztem Herbst in einem Kübel haben und andere Blüten brechen gerade auf, wie die Bergenie. Die Bergenienblüten gefallen mir eigentlich am besten in der Phase des Aufblühens.

Die Schachbrettblume blüht das erste Mal im Hinterhofgarten. Wir sind gespannt, ob sie uns auch in den nächsten Jahren Freude bereitet

Die Kamelie haben wir vor zwei Jahren geschenkt bekommen. Sie hat nun den zweiten Winter ausgepflanzt überstanden. Leider ist es mit der Blütenpracht nicht so toll. Zwei Blüten haben sich geöffnet, zwei weitere sind vertrocknet oder erfrren.

Tränendes Herz

Pfirsichblüte, ob es Früchte geben wird?

Die Bergenie entfaltet ihre Blüte

Montag, 13. April 2009

Aufholjagd

Es ist schon bemerkenswert, wie weit nun Mitte April die Natur ist. Noch vor ca. zwei Wochen war es winterlich kalt und es war kaum etwas von Frühling zu sehen. Jetzt haben wir knapp zwei Wochen bestes Frühlingswetter und alles blüht um die Wette: Kirschen, Mirabelle, Vergissmeinnicht, Bergenie, Tränendes Herz, Buschwindröschen, Hyazinthen, Primeln und die letzten Narzissen. Die Stachelbeeren haben schon richtige kleine Früchte. Der Kiwi zeigt kleine Blätter und auch die Knospen am Wein sind dabei sich zu entfalten. Damit sind wir nun in etwa auf dem gleichen Entwicklungsstand wie vor einem Jahr.

Und so sieht's aus:

Einzelblüte der Bergenie....

...und der Sauerkirsche.

Kaum eine Pflanze hat so einen treffenden Namen: Tränendes Herz

Vergissmeinnicht überwuchert langsam alles, auch diese Primel. Nach der Blüte fliegen ein paar Vergissmeinnicht raus, so schön sie sind.

Sonntag, 7. Dezember 2008

Es ist Ruhe eingekehrt im Hinterhofgarten - von wegen

Gerade sind die herbstlichen Gartenarbeiten abgeschlossen. Alle Pflanzen aus wärmeren Gefilden sind im Winterlager und die etwas frostempfindlicheren Pflanzen, die den Winter über im Garten bleiben sind mit Reisig abgedeckt. Das Gartenjahr ist um, alles ruht? Nein, es regt sich schon wieder das erste frische Grün: Schneeglöckchen treiben ihre grünen Spitzen durch den Erdboden, die Christrosen zeigen die Blütenknospen und ein paar verirrte Primelchen zeigen auch schon wieder bunte Blüten.

Mittwoch, 13. Februar 2008

Mauerblümchen

Der Bodenbelag im Hinterhofgarten besteht aus Trittplatten oder Beton. Über die Jahre haben sich Risse gebildet in denen sich immer wieder Pflänzchen einnisten, wie z.B. diese Primel. Aber auch Veilchen- und Vergißmeinnichtsamen keimen in den Ritzen.

Primel als "Mauerblümchen"

Sonntag, 27. Januar 2008

Der Garten lebt!

Nach drei bis vier sehr milden Wochen im Januar zeigt sich so einiges im Garten. Neben den inzwischen offenen Schneeglöckchen, blühen nun auch die Christrosen. Krokuse treiben und die Primeln zeigen erste Blüten.

Die Hyazinthen drücken ihre grünen Spitzen durch den Boden und sogar die Triebe von Pfingstrose und Eisenhut sind schon zu sehen. Und wenn mich nicht alles täuscht sind die Vergissmeinnicht auch schon gewachsen.

Ich bin mir sicher, dass der Winter nochmal mit Eis und Schnee zurückkommt, aber irgendwie bringt dieses erste Grün schon Vorfreude auf den Frühling.