Vom Gärtnern in einem schattigen Garten

Montag, 25. März 2013

Geduld ist eine Tugend des Gärtners


Und dieser Winter trägt viel dazu bei, dass sich der Gärtner in Geduld übt. Der Monat März neigt sich langsam dem Ende zu und noch immer ist die Witterung eher winterlich als frühlingshaft. Vor gut drei Wochen musste ich hier feststellen, dass sich der Frühling in diesem Jahr im Vergleich zu den Vorjahren eher spät zeigt. Einige wärmere Tage Anfang März haben zwar die Krokusse zum Blühen gebracht, auch stecken einige Stauden (Eisenhut, Pfingstrose, Tränendes Herz) die grünen Spitzen durch den Boden und die Knospen der Stachelbeere brechen auf, nachdem es wieder kälter wurde, hat sich die Entwicklung wieder verlangsamt. Zum Beginn der Karwoche ist der Hinterhofgarten heute Morgen wieder von einem winterlichen Weiß bedeckt.

Der Austrieb des Stachelbeerstrauchs ist nun wieder von Schnee bedeckt

Wobei Schnee um Ostern durchaus vorkommen kann, wie der Wintereinbruch zu Oster 2008 zeigt.

Geduld braucht nicht nur der Hobbygärtner, sondern auch der Profigärtner. Gärtnereien und Gartenmärkte stehen mit Ihren Frühlingsangeboten in den Startlöchern, wie die Werbebeilagen in der Zeitung zeigen, aber sie werden auf die großen Umsätze noch warten müssen, bis die Frühlingsluft die Hobbygärtner aus dem Hause lockt.

Samstag, 2. März 2013

Zeit wird's

Seit gestern ist für die Metereologen Frühlingsanfang, im Hinterhofgarten ist davon noch wenig zu sehen. In den vergangenen Jahren hat bei vielen Pflanzen Ende Februar schon der Austrieb angefangen, dieses Jahr blühen jetzt Anfang März gerade einmal die Christrosen, Schneeglöckchen und Winterlinge. Andere Frühblüher wie Hyazinthe und Narzisse stecken erst zaghaft grüne Spitzen aus dem Boden.

Bei den immer sehr frühen Stachelbeeren ist derzeit noch nichts zu sehen, in vielen Jahren haben sich um diese Zeit immer schon grüne Blattspitzen gezeigt.

Aber Zeit wird's für den Frühling und in den nächsten Tagen sind auch mildere Temperaturen vorhergesagt. Heute gab es bereits einen Vorgeschmack mit strahlendem Sonnenschein in den Nachmittagsstunden, noch so ein Tag und zumindest die Krokusse werden ihre Blüten öffnen.

Die Jahre im Vergleich:
2012 sah es ähnlich aus, nach einem späten, dann aber sehr kalten Winter.
2008 und 2011 war um die Zeit schon alles recht bunt.
2009 und 2010 sind ebenfalls vergleichbar mit diesem Jahr, auch wenn sich das Leben im Garten schon etwas früher gezeigt hat.

Donnerstag, 24. Januar 2013

Esst mehr Linsen

Heute kam ein informativer Beitrag auf Bayern 2 über die Linse. Seit einigen Jahren werden Linsen auch wieder in Deutschland angebaut - als 'Alblinse' auf der Schwäbischen Alb. Linsen sind unkompliziert im Anbau, gesund, nahrhaft und schmecken gut. Kulinarisch gibt es weit mehr als nur den 'Linseneintopf'. Und nebenbei 'düngt' die Linsenpflanze den Boden mit Stickstoff, wie auch andere Hülsenfrüchte. Der Radiobeitrag ist ein Plädoyer für die Linse. Vielleicht auch eine Anregung für den ein oder anderen Hobbygärtner. Im Hinterhofgarten gab es bisher noch keine Linsen, aber das kann sich ja ändern.

Radiobeitrag zum nachhören "Die Linse - Klein, rund und nahrhaft" auf Bayern 2

Samstag, 27. Oktober 2012

Kiwiernte bei Schneefall

Ungewöhnlich früh Ende Oktober schneit es und der Schnee bleibt sogar liegen, Zeit die Kiwis zu ernten, denn wenn sie einmal Frost hatten werden sie matschig. Wie jedes Jahr sind die Kiwis noch nicht genussreif, sie müssen noch etwas im Haus nachreifen.

Einige der Kübelpflanzen sind schon während der Woche ins Winterquartier umgezogen, Fuchsien und Zitrone wurde ganz an die Hauswand gerückt, bzw. die kleinen Töpfe stehen unter dem Dach unserer Terrasse, dort werden sie die kommenden kalten Nächte mit leichtem Frost hoffentlich unbeschadet überstehen.

Montag, 15. Oktober 2012

Walnußpesto

Jetzt im Herbst haben wir immer recht kräftige große Basilikumpflanzen mit derben Blättern, wenn es draußen Kälter wird ist irgendwie auch die Zeit des Caprese (Tomaten, Mozarella und Basilikum) vorbei. Die Pflanzen ins Haus nehmen bekommt ihnen meist nicht so gut. Was also machen mit den vielen Basilikumblättern? Nachdem wir vor kurzem auch viele Walnüsse geschenkt bekommen haben, dacht ich, ich probiere einmal ein Pesto mit Walnüssen statt Pinienkernen aus. Und wir waren begeistert.

Hier mein Rezept für eine Portion:

  1. Eine knappe Handvoll Walnüsse mit wenig Olivenöl und einer grob kleingeschnittenen geschälten Knoblauchzehe sanft andünsten, Knoblauch nicht braun werden lassen! (Viele Originalrezepte für Pesto aus Ligurien verwenden rohen Knoblauch, ich finde mit dem leicht angedünsteten Knoblauch wird das ganze besser bekömmlich)
  2. ca. 10 große Basilikumblätter grob zerrupfen und in einen Mörser geben
  3. Die etwas abgekühlten Walnüsse mit Öl und Knoblauch zu den Basilikumblättern geben.
  4. Alles zusammen mit einer Prise Salz im Mörser zerkleinern.
  5. Unter die Masse ca. 2 EL Olivernöl und 3 gehäufte EL geriebenen Parmesan rühren
  6. Vom Nudelwasser kurz vor dem Abschütten der Nudeln ca. 2-3 EL in das Pesto geben und umrühren.
  7. Pesto mit den heißen Nudeln vermengen und servieren.


Im Nachhinein habe ich noch nach anderen Walnußpestos im Web gesucht. Dabei bin ich auf diese Variante gestoßen, die auch lecker ist, diesmal sind die Angaben allerdings für ca. 4 Portionen:


  1. 200 g Walnüsse, grob gehackt
  2. 4 geschälte Knoblauchzehen in etwas Olivenöl sanft angedünstet
  3. ½ Bund Petersilie, grob gehackt
  4. 100 g getrocknete in Öl eingelegteTomaten, klein geschnitten
  5. etwas Salz und Pfeffer
  6. Diese Zutaten im Mörser zerreiben
  7. 50 g geriebenen Parmesan und 100 ml Olivenöl einrühren
  8. Wiederum etwas Nudelwasser zugeben
  9. Alles mit den Nudeln vermischen

Montag, 8. Oktober 2012

Neue Lichtverhältnisse im Hinterhofgarten

Diese Woche hat der Nachbar die inzwischen riesige Bergulme auf seinem Grundstück bis auf dem Stamm mit ein paar Stummeln zurückgeschnitten. Das wird die Lichtverhältnisse im Hinterhofgarten verändern, insbesondere wenn die Sonne im Frühjahr und Herbst niedriger steht, bekommen wir nun in den Nachmittagsstunden mehr direktes Sonnenlicht in den Garten. An den freien Blick in die Nachbarschaft müssen wir uns aber erst noch gewöhnen. Und wenn es einem an sich weh tut, wenn mitten in der Stadt so ein großer Baum zurechtgestutzt wird, so erhoffen wir uns einen weiteren Vorteil: weniger Ulmensamen im späten Frühjahr. Wenn die Ulme ihre Samen fliegen lies, war das fast wie ein Schneesturm und die Samen haben bei uns im Garten alles bedeckt. Das entfernen der Samen ist mühsam und immer wieder keimen die Samen, in jedem Topf, in jeder Ritze.

Wir sind gespannt, wie sich die veränderten Lichtverhältnisse im kommenden Jahr auswirken.

Dienstag, 25. September 2012

Chilisauce selbstgemacht

Dieses Wochenende wurde ein Teil der Chiliernte verarbeitet. Natürlich trockene ich die kleinen scharfen Früchtchen, um sie dann als Gewürz zu verwenden, eine weitere Verwendung ist das Zubereiten von scharfen Saucen.  Dabei bevorzuge ich Saucen, die die Schärfe mit einer fruchtigen Süße kombinieren. In asiatischen Restaurants und Asia-Shops gibt es diese Saucen, z.B. als Dip für Frühlingsrollen etc. Ich habe mir immer wieder die Bestandteile und Nährwertangaben dieser Saucen genauer angeschaut. Zucker ist dabei einer der Hauptbestandteile, darauf hin habe ich im vergangenen Jahr erste Saucen daran angelehnt zubereitet, die uns sehr gut geschmeckt haben, zu den unterschiedlichsten Gerichten, z.B. zu gegrilltem Fleisch, als Finish für Kürbissuppe, aber auch zu Maultaschen mit Ei usw.

Die Zubereitung ähnelt der Herstellung von Marmelade, Basis ist eine Frucht oder Gemüsefrucht, Chilis und eben Zucker (Verhältnis Frucht:Zucker = ca. 2:1). Heiß abgefüllt in sterile und dichte Gläser sind die Chilisaucen dann auch so haltbar wie Marmelade: Geschlossen über ein Jahr, einmal geöffnet im Kühlschrank einige Wochen.

Das Ganze wird noch ergänzt um weitere Zutaten in kleineren Mengen wie Salz, Essig, frischem Ingwer und Zitrone. Die Zutaten werden zusammen ca. 30 Minuten gekocht, dabei unbedingt darauf achten, dass die Saucen nicht so heftig kochen, dass es spritzt. Während bei herkömmlichen Marmeladen das Spritzen nur ärgerlich ist, weil evtl. Marmelade auf die heiße Herdplatte spritzt und verbrennt, stinkt und schwer wieder wegzubekommen ist, besteht bei den Chilisaucen, die Gefahr, dass was ins Auge geht und höllisch brennt! Nach dem Schneiden der Chilis auch unbedingt die Hände und Arbeitsutensilien sehr gut waschen oder gleich Einweghandschuhe verwenden!

Wie bei der Marmeladenherstellung werden die fertigen Saucen schließlich in heiße sterilisierte Gläser mit Drehverschluss abgefüllt, sie sind dann auch entsprechend lange haltbar. Die Reste der Saucen vom vergangenen Jahr sind auch jetzt noch prima, nach dem Öffnen sollten sie freilich im Kühlschrank aufbewahrt werden. Noch ein Wort zu den verwendeten Chilis: dieses Jahr hatte ich 'nur' drei Sorten angebaut, eine fruchtige etwas mildere (wobei das relativ ist) Sorte, deren Ursprung auf einem Markt in Indien zu finden ist, eine kugelförmige recht scharfe Chili und die höllisch scharfen gelben Habanero-Chilis, die aber ein wunderbar exotisch-fruchtiges Aroma mitbringen. Die Schärfe einer Sauce hängt übrigens mehr von der verwendeten Chilisorte als von der Menge ab. Der Gehalt des für die Schärfe verantwortlichen Capsaicin schwankt zwischen den  verschiedenen erhältlichen Sorten leicht um ein 100- oder gar 1000-faches, da spielt es dann eine untergeordnete Rolle, ob man 30g mehr oder weniger in die Sauce tut! 

Bunte Chilis als Grundlage für lecker-scharfe Saucen - und auch die Zitrone findet Verwendung

Im Folgendem die Rezepte im Einzelnen

Tomaten-Chili-Sauce
1000 g Tomaten (eine wenig wässrige Sorte wie Fleischtomaten, San Marzano oder Flaschentomaten etc.), geschält (kurz in kochendem Wasser überbrühen) und grob püriert
100 ml Wasser um das Pürieren im Mixer zu erleichtern
20 g Ingwer sehr klein geschnitten oder mit den Tomaten pürieren
120 g Rote etwas mildere Chilis, fein geschnitten
300 g Zucker
450 g Gelierzucker (wer es flüssiger mag, nimmt nur normalen Zucker)
6 TL Salz
5 EL Essig
Alles zusammen ca. 30 Minuten kochen, evtl. Gelierprobe machen.

Etwas weniger Gelierzucker würde sicher auch reichen, die Sauce ist nun richtig fest. Diese Sauce ist der Allrounder, quasi ein Chili-Ketchup.

Paprika-Chili-Sauce
500g Spitzpaprika (sie sollten fruchtig und süß schmecken), grob kleingeschnitten
40 g Ingwer, klein geschnitten
1 Zitrone inkl. abgeriebener Schale
200 ml Wasser
Diese vier Zutaten im Mixer pürieren.
60 g Rote Chilis fein geschnitten
200 g Zucker
100 g Gelierzucker (wer es flüssiger mag, nimmt nur normalen Zucker)
4 TL Salz
4 EL Essig
Alles zusammen ca. 30 Minuten kochen, evtl. Gelierprobe machen.

Diese leicht säuerliche Sauce schmeckt vor allem zu gegrilltem Fleisch prima. 

Gelbe Mango-Chili-Sauce
700 g Mango (das sind 2 Früchte, süße, reife Früchte sind zu bevorzugen)
mit 100 ml Wasser pürieren
60 g gelbe Habanero-Chili in kleine Stücke geschnitten
200 g Zucker
150 g Gelierzucker (wer es flüssiger mag, nimmt nur normalen Zucker)
1,5 EL Essig
2 EL Salz
Alles zusammen ca. 30 Minuten kochen, evtl. Gelierprobe machen.  
Die Sauce ist leuchtend gelb und kommt schon etwas wie der Wolf im Schafspelz daher, einer gelben Sauce wird kaum eine solche Schärfe zugetraut, sie ist aber in dieser Zusammensetzung schon etwas für Liebhaber. Die höllisch scharfen aber aromatischen Habanero harmonieren perfekt mit dem exotischen Fruchtaroma der Mango. Ein Klecks davon in eine Kürbissuppe mit Ingwer macht diese erst perfekt.

Das Ergebnis sind fruchtig-scharfe Chilisaucen: Paprika-Chili-Sauce, Mango-Habanero-Chili-Sauce, Tomaten-Chili-Sauce (v. l. n. r.)